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Pergamonmuseum Berlin

Ein Ort monumentaler Räume, in dem antike Architektur und moderne Stadt auf besondere Weise ineinandertreffen.

Zwischen Museumsinsel, Spree und Kupfergraben · Monumentale Baukunst · Weltkulturerbe

Das Pergamonmuseum gehört zu den bedeutendsten archäologischen Museen der Welt. Es ist bekannt für seine großformatigen Rekonstruktionen antiker Architektur und für Sammlungen, die Kulturen aus Vorderasien, der griechisch-römischen Antike und der islamischen Welt zusammenführen. Der Besuch ist weniger ein klassischer Rundgang durch Vitrinen als ein räumliches Erlebnis, das Maßstab, Material und Geschichte unmittelbar erfahrbar macht.

Geschichte & Bedeutung

Die Geschichte des Pergamonmuseums ist eng mit der Entwicklung der Berliner Museen und der Archäologie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden. Ausgangspunkt waren spektakuläre Ausgrabungen deutscher Forscher in Kleinasien und im Vorderen Orient, darunter Pergamon, Babylon, Milet und Assur. Die dabei geborgenen Bauteile sprengten früh die Möglichkeiten klassischer Museumsräume.

Ein erster Museumsbau entstand bereits um die Jahrhundertwende, erwies sich jedoch baulich als unzureichend. Der heutige monumentale Neubau wurde ab 1910 nach Entwürfen von Alfred Messel begonnen und nach dessen Tod durch Ludwig Hoffmann weitergeführt. Verzögerungen durch Krieg, Revolution und Inflation führten dazu, dass das Gebäude erst 1930 eröffnet wurde.

Von Beginn an war das Pergamonmuseum als Ort großer architektonischer Inszenierungen gedacht. Hier sollten antike Bauwerke nicht fragmentarisch, sondern räumlich erfahrbar präsentiert werden. Dieses Konzept machte das Haus international einzigartig und prägte das Selbstverständnis Berlins als archäologisches Zentrum.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden, zahlreiche Werke wurden ausgelagert oder abtransportiert. Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit stellte nicht nur bauliche Substanz wieder her, sondern auch die museale Idee eines Hauses, das Geschichte über Raum und Maßstab vermittelt. Bis heute gilt das Pergamonmuseum als Referenz für die Präsentation antiker Architektur.

Architektur

Der Bau ist als mächtige Dreiflügelanlage konzipiert, klar gegliedert und streng axial ausgerichtet. Seine äußere Erscheinung wirkt geschlossen und monumental, fast zurückhaltend, während sich im Inneren weite Säle mit außergewöhnlicher Raumhöhe öffnen. Die Architektur ordnet sich den Exponaten unter und wird zugleich selbst Teil der Inszenierung.

Materialität und Proportionen orientieren sich an klassizistischen Prinzipien, ohne historisierend zu wirken. Große, fensterlose Wandflächen schaffen neutrale Hintergründe für monumentale Rekonstruktionen. Der Wechsel zwischen engen Übergängen und offenen Hallen verstärkt die Wirkung der ausgestellten Bauwerke.

Besonders prägend ist das Zusammenspiel von Originalfragmenten, Ergänzungen und moderner Tragstruktur. Sichtbar bleibt stets, wo Geschichte endet und heutige Konstruktion beginnt. Diese bewusste Lesbarkeit macht den architektonischen Ansatz des Hauses aus.

Sammlungen & Ausstellungsbereiche

Die Sammlungen des Pergamonmuseums zählen zu den bedeutendsten archäologischen und kunsthistorischen Beständen weltweit. Sie erschließen zentrale Kulturräume der Antike und des Mittelalters und zeigen Architektur, Skulptur, Reliefkunst und Alltagsobjekte in außergewöhnlicher Dichte. Die Ausstellungsbereiche sind thematisch gegliedert und ermöglichen einen Rundgang durch unterschiedliche Zivilisationen, deren Monumente und Bildwelten bis heute prägend wirken.

Antikensammlung

Die Antikensammlung zeigt großformatige Architektur und Skulptur aus der griechischen und römischen Welt. Mittelpunkt ist der Pergamonaltar mit seinem monumentalen Fries, der den Kampf der olympischen Götter gegen die Giganten darstellt. Ergänzt wird er durch Bauwerke wie das Markttor von Milet, das römische Stadtarchitektur in beeindruckender Dimension erfahrbar macht.

Vorderasiatisches Museum

Das Vorderasiatische Museum widmet sich den frühen Hochkulturen Mesopotamiens, Syriens und Anatoliens. Herausragend ist das Ischtar-Tor von Babylon mit der anschließenden Prozessionsstraße. Reliefs, Skulpturen und Schriftzeugnisse dokumentieren mehrere Jahrtausende urbaner Kulturgeschichte und politischer Macht.

Museum für Islamische Kunst

Das Museum für Islamische Kunst zeigt Werke vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit. Architekturfragmente, Holzarbeiten, Textilien und Keramik verdeutlichen die Vielfalt islamischer Kunsttraditionen. Besonders prägend ist die monumentale Mschatta-Fassade, die das Wechselspiel von Ornament, Struktur und Raum eindrucksvoll sichtbar macht.

Der Ort im städtischen Zusammenhang

Das Pergamonmuseum liegt am nördlichen Abschluss der Museumsinsel und bildet einen markanten Übergang zwischen historischem Stadtkern und moderner Innenstadt. Die Nähe zu Spree, Lustgarten, Berliner Dom und Schloss verankert das Haus in einem dichten kulturellen Umfeld.

Viele Stadtrundfahrten führen entlang der Museumsinsel vorbei und ordnen das Pergamonmuseum als festen Bestandteil des historischen Zentrums ein. Auch vom Wasser aus lässt sich die Dimension des Gebäudes gut erfassen – der Blick auf die massive Kubatur gehört zu den prägenden Eindrücken einer Spreefahrt durch die Mitte Berlins.

Besucherinformationen

Das Pergamonmuseum befindet sich derzeit in einer umfassenden baulichen Sanierung, die abschnittsweise umgesetzt wird. Unabhängig davon bleibt die Auseinandersetzung mit den zentralen Themen und Sammlungen des Hauses möglich.
Während der Bauzeit ist die Sonderausstellung Pergamonmuseum. Das Panorama zugänglich. Sie widmet sich der antiken Metropole Pergamon und verbindet originale Exponate mit einer großformatigen, begehbaren 360°-Panoramadarstellung.

Die Ausstellung vermittelt räumliche, historische und kulturelle Zusammenhänge der Antike in einer eigenständigen Präsentationsform und bietet einen inhaltlichen Zugang, solange die monumentalen Architekturensembles des Hauptgebäudes nicht vollständig zugänglich sind.
Aktuelle Besuchsmöglichkeiten, Öffnungszeiten und Ticketregelungen im Zusammenhang mit der Sanierung solltest du vor deinem Besuch stets noch einmal offiziell prüfen, da sich Rahmenbedingungen ändern können.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Pergamonmuseums orientieren sich am regulären Museumsbetrieb der Staatlichen Museen zu Berlin. Üblicherweise ist ein Besuch zwischen etwa 10.00 und 18.00 Uhr möglich, mit einzelnen Schließtagen oder verlängerten Zeiten an ausgewählten Tagen.

Da sich Zeiten saisonal oder aufgrund besonderer Rahmenbedingungen ändern können, solltest du dich kurz vor deinem Besuch stets über die aktuellen Öffnungszeiten auf den offiziellen Seiten informieren.

Eintritt

Der Eintritt ins Pergamonmuseum liegt im Rahmen der üblichen Museumspreise der Berliner Museumsinsel. Für Erwachsene bewegt sich der Preis in einer realistischen Spanne, Ermäßigungen für berechtigte Personengruppen sind gängig.
Kinder und Jugendliche haben – abhängig vom aktuellen Tarifmodell – häufig freien oder stark reduzierten Eintritt. Verbindliche Preise und Bedingungen solltest du vorab offiziell prüfen, da sie sich ändern können.

Wenn verfügbar, werden Kombitickets für mehrere Museen der Museumsinsel angeboten. Diese ermöglichen einen flexibleren Besuch mehrerer Häuser an einem oder mehreren Tagen und sind besonders sinnvoll, wenn du tiefer in die Sammlungen eintauchen möchtest.
Auch hier gilt: Umfang und Gültigkeit der Kombitickets variieren und sollten vor dem Besuch noch einmal offiziell überprüft werden.

Adresse

Bodestraße 1–3, 10178 Berlin

Tickets & Besuchszugang

Der Besuch ist sowohl mit Online-Tickets als auch – bei Verfügbarkeit – mit Tickets vor Ort möglich. Zeitfenster-Tickets helfen, Stoßzeiten zu entzerren und Wartezeiten zu reduzieren. Führungen bieten vertiefende Einblicke in Architektur, Sammlungen und historische Zusammenhänge.

Anreise & Orientierung

Die Anreise erfolgt bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehrere S- und U-Bahn-Stationen liegen in fußläufiger Entfernung. Bus- und Tramlinien erschließen die Umgebung. Vor Ort ist das Museum klar ausgeschildert und über zentrale Wege der Museumsinsel gut erreichbar.

Bildergalerie

Die Bilder zeigen das Pergamonmuseum im Stadtraum, die monumentalen Innenräume sowie zentrale Architekturrekonstruktionen. Außenaufnahmen verdeutlichen die geschlossene Kubatur des Gebäudes, Innenansichten machen Maßstab und Raumwirkung der Ausstellungen nachvollziehbar.

FAQ – Häufige Fragen zum Pergamonmuseum

Während der laufenden Sanierung ergeben sich für viele Besucher berechtigte Fragen zum aktuellen Besuchsstatus, zu geöffneten Bereichen und zu Alternativen auf der Museumsinsel. Die folgenden Antworten helfen dir bei der realistischen Planung deines Besuchs und ordnen die Sonderangebote während der Bauzeit sachlich ein.

Ist das Pergamonmuseum derzeit geöffnet?

Das Pergamonmuseum befindet sich aktuell in einer umfassenden Sanierung und ist im regulären Museumsbetrieb nicht vollständig zugänglich. Die baulichen Maßnahmen erfolgen abschnittsweise und betreffen insbesondere die monumentalen Architekturensembles. Der Ort bleibt jedoch präsent und erlebbar, da begleitende Ausstellungen einen inhaltlichen Zugang ermöglichen. Vor einem Besuch solltest du den aktuellen Stand immer offiziell prüfen.

Während der Sanierungsphase ist die Sonderausstellung Pergamonmuseum. Das Panorama zugänglich. Sie widmet sich der antiken Stadt Pergamon und verbindet archäologische Erkenntnisse mit einer großformatigen 360°-Panoramadarstellung. Ergänzt wird das Panorama durch ausgewählte Originalexponate, die historische, kulturelle und städtebauliche Zusammenhänge anschaulich vermitteln.

Der Pergamonaltar selbst ist während der laufenden Sanierung nicht im Original zugänglich. Seine historische, architektonische und kulturelle Bedeutung wird jedoch in der Sonderausstellung inhaltlich aufgegriffen und kontextualisiert. Die vollständige Wiederzugänglichkeit des Altars ist im Rahmen der langfristigen Bauplanung vorgesehen. Konkrete Zeitpunkte solltest du vorab offiziell prüfen.

Auch während der Sanierung ist für die zugänglichen Ausstellungen ein Ticket erforderlich. Der Eintritt bewegt sich im Rahmen der üblichen Museumspreise der Museumsinsel. Je nach Angebot können Einzel- oder Kombitickets verfügbar sein. Da sich Ticketmodelle, Zeitfenster und Zugänge ändern können, empfiehlt sich eine kurze offizielle Prüfung vor dem Besuch.

Ein Besuch lohnt sich vor allem dann, wenn du dich für die antike Stadt Pergamon und ihre historische Bedeutung interessierst. Die Sonderausstellung bietet eine eigenständige Perspektive und ergänzt den klassischen Museumsbesuch um eine räumlich-erzählerische Dimension. Für einen vollständigen Eindruck der monumentalen Architekturensembles ist jedoch die Wiedereröffnung des Hauptgebäudes abzuwarten.

Ja, sofern angeboten, ermöglichen Kombitickets den Besuch mehrerer Häuser der Museumsinsel. Umfang und Gültigkeit variieren je nach Ticketmodell.

Das Pergamonmuseum liegt an zentralen Routen vieler Stadtrundfahrten. Auch eine Kombination mit einer Spreefahrt bietet eine gute räumliche Einordnung.

Fazit

Das Pergamonmuseum ist ein Ort, an dem Geschichte nicht erklärt, sondern räumlich erfahrbar wird. Monumentale Architektur, archäologische Tiefe und ein klarer musealer Ansatz machen den Besuch zu einem prägenden Erlebnis. Wer sich für die Ursprünge urbaner Kulturen interessiert, findet hier einen der eindrucksvollsten Museumsräume Europas.

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