Tierpark Berlin
Weite Landschaften, große Tieranlagen und ein Zoo, der Zeit braucht.
Raum statt Gedränge.
Natur mitten in Berlin.
- Größter Landschaftstierpark Europas
- 160 Hektar Park- und Tieranlagen
- Rund 8.000 Tiere aus über 600 Arten
- Gegründet 1955 in Berlin-Friedrichsfelde
Der Tierpark Berlin ist kein klassischer Stadtzoo. Er ist weitläufig, landschaftlich geprägt und bewusst großzügig angelegt. Besucher bewegen sich nicht von Gehege zu Gehege, sondern durch eine Parklandschaft, in der Tiere, Wege, Wasserflächen und historische Strukturen ineinandergreifen. Der Besuch fühlt sich weniger wie ein Rundgang an, sondern eher wie ein ganzer Tag im Grünen.
Für Touristen ist der Tierpark besonders dann interessant, wenn Berlin nicht nur als dichte Innenstadt erlebt werden soll. Hier verschiebt sich der Maßstab: Wege sind länger, Anlagen größer, das Tempo ruhiger. Viele Besucher planen den Tierpark gezielt als Kontrastprogramm zu Museumsinsel, Alexanderplatz oder Regierungsviertel – und nehmen sich bewusst Zeit.
Wenn du dir zu Beginn deines Aufenthalts einen Überblick über die Berliner Innenstadt verschaffen möchtest, helfen Stadtrundfahrten dabei, Entfernungen und Zusammenhänge einzuordnen. Der Tierpark liegt außerhalb der klassischen City-Achsen und ergänzt diese Perspektive um eine landschaftliche Seite Berlins.
Inhaltsverzeichnis
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Geschichte & Bedeutung

Der Tierpark Berlin entstand aus der besonderen Situation der geteilten Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Zoologische Garten im Westteil Berlins, sodass im Osten eine eigene zoologische Einrichtung aufgebaut werden sollte. 1954 beschloss der Ost-Berliner Magistrat die Gründung des Tierparks, ein Jahr später wurde er im Schlosspark Friedrichsfelde eröffnet.
Das Gelände war kein Zufallsort. Der historische Landschaftspark, im 19. Jahrhundert von Peter Joseph Lenné gestaltet, bot Raum, alte Baumbestände und eine klare Parkstruktur. Diese Grundlagen prägen den Tierpark bis heute. Statt dichter Bebauung setzte man von Beginn an auf großzügige Freianlagen, Wassergräben statt Zäune und lange Sichtachsen.
In der DDR wurde der Tierpark zu einem zentralen Bildungs- und Erholungsort. Er war Schaufenster zoologischer Arbeit, aber auch ein Ort, an dem sich Öffentlichkeit, Freizeit und Natur begegneten. Viele markante Anlagen – etwa das Alfred-Brehm-Haus oder die großen Bärenanlagen – stammen aus dieser Zeit.
Nach 1990 stand der Tierpark mehrfach zur Disposition. Die Diskussion, ob Berlin zwei große zoologische Einrichtungen brauche, begleitete ihn lange. Statt Rückbau entschied man sich für Weiterentwicklung. Heute wird der Tierpark schrittweise zu einem sogenannten Geozoo umgestaltet, in dem Tieranlagen geografisch zusammengefasst sind. Damit bleibt der historische Park erhalten, während Inhalte zeitgemäß weitergeführt werden.
Tierpark-Highlights & Tierwelten
Der Tierpark Berlin ist kein Zoo, den man von Gehege zu Gehege „abarbeitet“. Sein Charakter entsteht aus Weite, Landschaft und der Möglichkeit, Tiere über längere Zeit zu beobachten, ohne dass der Besuch permanent gelenkt wird. Viele Tierarten sind nicht frontal ausgestellt, sondern Teil größerer Areale, in denen Bewegung, Rückzug und Distanz bewusst zugelassen werden. Genau das unterscheidet den Tierpark von kompakteren zoologischen Anlagen.
Zu den bekanntesten Bereichen gehören die großen Tierwelten Afrikas. Der Tierpark ist seit Jahrzehnten für die Haltung und Zucht Afrikanischer Elefanten anerkannt. Die Anlagen sind großzügig angelegt, mit Außenflächen, die den Tieren Raum geben und den Blick der Besucher nicht auf Nähe, sondern auf Beobachtung ausrichten. In direkter Nachbarschaft leben Giraffen, Zebras und verschiedene Antilopenarten, die gemeinsam ein offenes Landschaftsbild prägen.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Raubtieren und tropischen Lebensräumen, vor allem rund um das Alfred-Brehm-Haus. Das denkmalgeschützte Gebäude verbindet Innen- und Außenanlagen und beherbergt unter anderem Tiger, Leoparden und Malaienbären. Nach der Umgestaltung ist das Haus weniger Schaufenster als Übergang: Tiere tauchen auf, verschwinden wieder, bleiben in Bewegung. Für Besucher bedeutet das weniger Inszenierung, aber ein intensiveres Naturerlebnis.
Daneben zeigt der Tierpark eine ungewöhnlich große Vielfalt an seltenen und spezialisierten Arten, die in vielen Zoos kaum noch zu sehen sind. Dazu zählen verschiedene Hirscharten, Wildesel, Przewalski-Pferde, Takine oder seltene Huftiere aus Asien und Afrika. Die Größe des Parks erlaubt es, diese Tiere in Gruppen und mit ausreichend Distanz zu halten – ein Ansatz, der besonders bei ruhiger Betrachtung wirkt.
Zur Orientierung lassen sich die wichtigsten Tierbereiche grob zusammenfassen:
Afrikanische Savannenlandschaften mit Elefanten, Giraffen, Zebras und Antilopen
Alfred-Brehm-Haus mit tropischen Tierarten und Raubtieren
Weitläufige Huftierareale mit seltenen Hirsch-, Wildesel- und Pferdearten
Vogel- und Wasserbereiche mit Pelikanen, Greifvögeln und Ottern
Ruhigere Zonen abseits der Hauptwege, in denen kleinere Tierarten und Rückzugsräume dominieren
Gerade diese Mischung macht den Tierpark für viele Besucher attraktiv. Du bekommst keine dichte Abfolge von Höhepunkten, sondern ein Gelände, das sich beim Gehen erschließt. Manche Tiere zeigen sich sofort, andere erst nach einer Weile – und genau das prägt den Besuch.
Der Tierpark Berlin richtet sich damit weniger an schnelle Rundgänge, sondern an Besucher, die Zeit mitbringen. Wer bereit ist, Wege, Pausen und Beobachtung zuzulassen, erlebt hier eine Tierwelt, die nicht erklärt werden muss, sondern wirkt.
Der Ort im städtischen Umfeld
Der Tierpark liegt im Osten Berlins, im Ortsteil Friedrichsfelde. Die Umgebung ist ruhiger als die Innenstadt, geprägt von Wohnquartieren, Grünflächen und breiten Straßen. Schon die Anfahrt signalisiert einen Wechsel des Tempos.
Innerhalb des Parks verschwindet die Stadt fast vollständig. Alte Bäume, Wasserläufe und Wiesen prägen das Bild. Nur vereinzelt erinnern Gebäude oder Sichtachsen daran, dass man sich noch in Berlin befindet.
Da der Tierpark nicht am Wasser liegt, spielt die Spree hier keine direkte Rolle. Viele Besucher kombinieren den Tierpark deshalb bewusst mit anderen Tagen in der Innenstadt – oder erleben Berlin zusätzlich vom Wasser aus bei einer Bootsfahrt, um beide Seiten der Stadt kennenzulernen.
Besucherinformationen
Der Tierpark Berlin ist als Ausflugsziel gut planbar, fordert aber etwas Zeit ein. Aufgrund seiner Größe lohnt sich ein Besuch über mehrere Stunden, besonders wenn du verschiedene Tierbereiche sehen möchtest. Der Park ist ganzjährig geöffnet, mit saisonal angepassten Öffnungszeiten und variierenden Schlusszeiten für Tierhäuser und Gastronomie.
Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten variieren saisonal. In der Regel ist der Tierpark täglich geöffnet, im Sommer länger als im Winter. An Feiertagen und zu besonderen Anlässen können Abweichungen auftreten.
- Winterzeit (z. B. Januar–Februar / Oktober–Dezember): meist 09:00 – 16:30 Uhr, letzter Einlass ca. 15:30 Uhr.
- Frühling & Herbst (z. B. März / September): meist 09:00 – 18:00 Uhr, letzter Einlass ca. 17:00 Uhr.
- Sommer (z. B. April–September): meist 09:00 – 18:30 Uhr, letzter Einlass ca. 17:00 Uhr.
Die Tierhäuser und Restaurants schließen in der Regel 30 Minuten vor Parkschluss.
Eintritt
Die Eintrittspreise sind gestaffelt und hängen davon ab, ob du Tickets online buchst oder an der Tageskasse kaufst:
- Erwachsene (ab 16 J.): online in der Regel ab ca. 14,50 €, an der Kasse eher höher.
- Kinder (4–15 J.): online etwa ab 7,00 €, an der Kasse entsprechend höher.
- Kinder unter 4 J.: frei, oft mit kostenlosem Online-Ticket.
- Ermäßigte (Schüler*innen, Studierende, Azubis, Schwerbehinderte etc.): ab ca. 7,50 € online und teils günstiger vor Ort.
Etwas höhere Preise an der Tageskasse sind üblich; online gekaufte Tickets sind meist günstiger und sparen Wartezeit.
Adresse
Am Tierpark 125
10319 Berlin
Barrierefreiheit
Die Hauptwege durch den Tierpark sind weitgehend barrierefrei, dennoch erfordern die Entfernungen innerhalb der 160 Hektar etwas Mobilität. Ruhebereiche, Sitzgelegenheiten und barrierefreie WC-Anlagen sind verteilt verfügbar. Parkplätze stehen gegen Gebühr zur Verfügung; ausgewiesene Behindertenplätze liegen in der Nähe des Eingangs.
Tickets & Besuchszugang
Der Zugang zum Tierpark erfolgt klassisch über den Haupteingang. Tickets sind vor Ort erhältlich, bei höherem Besucheraufkommen kann es jedoch zu Wartezeiten kommen. Viele Besucher entscheiden sich deshalb im Vorfeld für Tickets, um den Eintritt zügig zu gestalten.
Führungen werden angeboten und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Sie helfen dabei, die Größe des Parks sinnvoll zu strukturieren und Hintergründe zu Tierhaltung, Artenschutz und Parkgeschichte besser einzuordnen. Für Erstbesucher kann das eine gute Möglichkeit sein, den Überblick zu behalten.
Ein spontaner Besuch ist grundsätzlich möglich, besonders außerhalb der Ferienzeiten. Wer jedoch nur einen begrenzten Zeitrahmen hat, profitiert von einer groben Routenplanung im Voraus.
Wichtig für die Planung
Letzter Einlass ist in der Regel 30 Minuten vor Schließung der Parkanlagen.
Die Öffnungszeiten der Tierhäuser und gastronomischen Einrichtungen enden meist 30 Minuten vor dem Tierpark selbst.
Saisonale Sonderveranstaltungen (z. B. „Weihnachten im Tierpark“) haben abweichende Zeiten und Preisstrukturen außerhalb der Standardöffnungszeiten.
FAQ – Häufige Fragen
Der Tierpark Berlin wirft vor allem praktische Fragen auf: Wie viel Zeit brauchst du wirklich, lohnt sich eine Führung, und ist der Besuch auch ohne detaillierte Planung sinnvoll? Die folgenden Antworten helfen bei der realistischen Einschätzung.
Gibt es Tickets oder Zeitfenster?
Der Eintritt erfolgt in der Regel ohne feste Zeitfenster. Tickets sind vor Ort und im Vorfeld erhältlich. Zu Stoßzeiten kann es dennoch zu Wartezeiten kommen, weshalb viele Besucher vorab planen.
Wie viel Zeit sollte ich einplanen?
Mindestens einen halben Tag. Viele Besucher verbringen deutlich länger im Park, besonders wenn sie mehrere Bereiche intensiv erkunden oder mit Kindern unterwegs sind.
Ist der Tierpark für Kinder geeignet?
Ja. Weite Wege, Spielbereiche und großzügige Anlagen machen den Tierpark familienfreundlich. Eltern sollten jedoch Pausen und Distanzen realistisch einplanen.
Kann ich den Tierpark auch bei schlechtem Wetter besuchen?
Grundsätzlich ja, allerdings spielt sich vieles im Freien ab. Bei Regen oder Kälte verkürzt sich der Aufenthalt meist deutlich.
Eignen sich Stadtrundfahrten zur Orientierung?
Ja, besonders zur Einordnung des Tierparks im Stadtgefüge. Da er außerhalb der klassischen Innenstadt liegt, helfen Stadtrundfahrten dabei, Entfernungen und Tagesabläufe besser zu planen – vor allem beim ersten Berlin-Besuch.
Fazit
Der Tierpark Berlin ist kein schneller Programmpunkt, sondern ein eigenständiger Besuchstag. Seine Stärke liegt in der Weite, der Landschaft und der ruhigen Art, Tiere zu zeigen. Für Touristen, die Berlin nicht nur verdichtet, sondern auch großzügig erleben wollen, ist der Tierpark eine bewusste Ergänzung zur Innenstadt – und einer der Orte, an denen die Stadt überraschend viel Raum lässt.