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Reichstag Berlin

Geschichte, die sichtbar bleibt.

Der Reichstag ist politisches Zentrum, historischer Erinnerungsort und öffentlich zugängliches Parlamentsgebäude. Er verbindet deutsche Geschichte, moderne Architektur und demokratische Gegenwart an einem zentralen Ort in Berlin.

Der Reichstag Berlin gehört zu den zentralen Orten deutscher Geschichte. Kaum ein anderes Bauwerk vereint politische Macht, demokratische Entwicklung und historische Brüche in vergleichbarer Dichte. Seit über einem Jahrhundert ist der Reichstag Projektionsfläche gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und staatlicher Selbstverständigung.

Heute liegt das Gebäude im Herzen des Berliner Regierungsviertels. Gemeinsam mit Kanzleramt und Parlamentsbauten entlang der Spree bildet es ein funktionales Ensemble moderner Staatsarchitektur. Für Besucher ist der Reichstag zugleich Zielpunkt und Orientierungshilfe: Wer hier steht, befindet sich an einem Übergang zwischen historischer Mitte, Tiergarten und politischem Zentrum der Bundesrepublik.

Um räumliche Zusammenhänge zu erfassen und Entfernungen im Zentrum besser einzuordnen, nutzen viele Besucher sachlich geführte Bus-Stadtrundfahrten, die den Reichstag in den Gesamtzusammenhang der Berliner Sehenswürdigkeiten einbetten.

Geschichte & Bedeutung

Die Geschichte des Reichstags beginnt im späten 19. Jahrhundert. Nach der Reichsgründung 1871 wurde ein repräsentativer Sitz für das Parlament des Deutschen Reiches benötigt. Zwischen 1884 und 1894 entstand das Gebäude nach Plänen des Architekten Paul Wallot. Schon die Bauphase war von politischen Debatten begleitet, denn das Parlament sollte architektonisch sichtbar, aber nicht übermächtig erscheinen.

1918 wurde der Reichstag zum Schauplatz eines entscheidenden Moments: Vom Balkon am Westportal wurde die Republik ausgerufen. In der Weimarer Republik blieb das Gebäude Zentrum parlamentarischer Arbeit, zugleich aber auch Spiegel politischer Instabilität. Der Reichstagsbrand im Februar 1933 markierte einen tiefen Einschnitt. Das Ereignis wurde von den Nationalsozialisten genutzt, um Grundrechte außer Kraft zu setzen und den demokratischen Staat systematisch zu zerstören. Der Reichstag verlor seine Funktion als Parlamentssitz.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Das bekannte Bild der sowjetischen Fahne auf dem Reichstag im Frühjahr 1945 steht symbolisch für das Ende des nationalsozialistischen Regimes. Während der deutschen Teilung lag der Reichstag unmittelbar an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und blieb politisch weitgehend ungenutzt.

Erst nach der Wiedervereinigung erhielt das Gebäude seine ursprüngliche Funktion zurück. 1999 zog der Deutsche Bundestag offiziell in den Reichstag ein. Seither ist er wieder Ort parlamentarischer Arbeit und zugleich öffentlich zugängliches Symbol demokratischer Ordnung.

Reichstag Berlin
Frontalansicht Reichstag in Berlin mit Inschrift

Architektur & Gestaltung

Der ursprüngliche Bau von Paul Wallot orientierte sich an Formen der Neorenaissance und des Klassizismus. Der Reichstag sollte staatliche Würde ausstrahlen, ohne monarchische Überhöhung. Die historische Kuppel galt zur Bauzeit als technisches und architektonisches Statement.

Nach den Zerstörungen des Krieges wurde der Reichstag in den 1950er-Jahren unter Leitung von Paul Baumgarten vereinfacht wiederaufgebaut. Historische Schmuckelemente traten zurück, das Gebäude erhielt eine sachliche, funktionale Prägung, die dem Zeitgeist der Nachkriegsjahre entsprach.

Die heutige Gestalt entstand in den 1990er-Jahren durch den Umbau des britischen Architekten Norman Foster. Zentrales Element ist die gläserne Kuppel, die bewusst als Zeichen von Transparenz und Offenheit konzipiert wurde. Besucher bewegen sich auf spiralförmigen Rampen oberhalb des Plenarsaals und können von dort aus Einblick in das parlamentarische Geschehen nehmen. Glas, Stahl und Licht stehen in klarem Kontrast zur historischen Bausubstanz und schaffen einen architektonischen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Reichstag Berlin
Reichstag Berlin

Der Reichstag im städtischen Umfeld

Der Reichstag ist Teil eines klar strukturierten Regierungsviertels, das sich entlang der Spree erstreckt. Offene Uferbereiche, Brücken und Blickachsen verbinden die einzelnen Parlamentsbauten miteinander. Die städtebauliche Ordnung folgt funktionalen und symbolischen Prinzipien: Nähe, Transparenz und Zugänglichkeit.

Zu Fuß erreichst Du vom Reichstag aus das Brandenburger Tor, das Kanzleramt und den Tiergarten in wenigen Minuten. Diese räumliche Dichte macht den Ort besonders zugänglich und ermöglicht kurze Wege zwischen politischer Architektur, Gedenkorten und Grünflächen.

Durch die Lage an der Spree erschließt sich der Reichstag auch vom Wasser aus. Bootsfahrten bieten eine ruhige Perspektive auf das Regierungsviertel und machen die architektonischen Zusammenhänge entlang des Flusses besonders anschaulich.

Reichstag Berlin
Glaskuppel des Reichstags Berlin

Besucherinformationen

Der Reichstag ist als offenes Parlamentsgebäude konzipiert und für Besucher zugänglich. Ein Besuch ist gut planbar, erfordert jedoch eine vorherige Organisation. Die öffentliche Zugänglichkeit ist Teil des demokratischen Selbstverständnisses des Hauses.

Öffnungszeiten

In der Regel täglich von morgens bis spät abends. Abweichungen sind abhängig vom Sitzungsbetrieb und von Sicherheitslagen möglich.

Eintritt

Der Besuch des Reichstags ist kostenfrei.

Tickets & Besuchszugang

Der Besuch des Reichstags ist ohne klassisches Eintrittsticket möglich. Für den Zugang zur Glaskuppel, zur Dachterrasse oder zu einer Plenarsitzung ist jedoch eine vorherige Anmeldung mit festem Zeitfenster erforderlich. Diese Anmeldung fungiert faktisch als Eintrittskarte und dient der Besuchersteuerung sowie der Sicherheit.

Ergänzend werden geführte Besuche angeboten, die den Zugang mit einer sachlichen historischen und politischen Einordnung verbinden. Eine spontane Besichtigung ohne vorherige Registrierung ist in der Regel nicht möglich.

Anmeldung

Vorab erforderlich, insbesondere für Kuppel- und Plenarsaalbesuche.

Reichstag Berlin
Innenansicht der Kuppel vom Reichstag Berlin

Adresse

Platz der Republik 1, Berlin

Barrierefreiheit

Der Reichstag ist weitgehend barrierefrei zugänglich. Aufzüge und begleitende Angebote sind vorhanden.

Anreise & Orientierung

Der Reichstag ist hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Mehrere S- und U-Bahn-Stationen sowie Buslinien befinden sich in fußläufiger Entfernung. Die Anreise mit dem Auto ist aufgrund begrenzter Parkmöglichkeiten weniger geeignet.

Zu Fuß lässt sich der Reichstag ideal in einen Rundgang durch die Berliner Innenstadt integrieren. Zahlreiche zentrale Sehenswürdigkeiten liegen in unmittelbarer Nähe. Für eine flexible Orientierung zwischen mehreren Stationen kann ein Hop-on-Hop-off-Angebot sinnvoll sein, um Wege und Distanzen besser einzuschätzen.

Bilder & Eindrücke

Der Reichstag entfaltet seine Wirkung weniger durch Inszenierung als durch Präsenz. Die massive Sandsteinfassade wirkt ruhig und staatlich, die gläserne Kuppel setzt einen bewussten architektonischen Kontrapunkt. Je nach Tageszeit verändert sich der Eindruck: tagsüber offen und sachlich, abends zurückhaltend beleuchtet und konzentriert. Die freie Lage am Rand des Tiergartens und die Nähe zur Spree geben dem Gebäude Raum, ohne es vom Stadtkörper zu lösen. Der Reichstag steht nicht isoliert, sondern eingebettet in ein politisches und städtebauliches Gefüge, das seine Bedeutung unterstreicht.

FAQ – Häufige Fragen

Der Reichstag ist kein klassisches Museum, sondern ein aktives Parlamentsgebäude mit öffentlichem Zugang. Genau daraus ergeben sich bei vielen Besuchern Fragen zu Planung, Tickets und Orientierung. Die wichtigsten Punkte werden hier ausführlich beantwortet.

Warum ist der Reichstag historisch so bedeutend?

Der Reichstag steht exemplarisch für die politischen Umbrüche Deutschlands seit dem späten 19. Jahrhundert. Er war Parlament des Kaiserreichs, Schauplatz der Ausrufung der Republik, Symbol der Zerstörung der Demokratie in der NS-Zeit, Randlage während der Teilung und schließlich wieder Sitz des Deutschen Bundestages nach der Wiedervereinigung. Diese historische Tiefe macht den Reichstag zu mehr als einer Sehenswürdigkeit: Er ist ein Ort politischer Erinnerung und aktiver Gegenwart zugleich.

Ja, ein Besuch ist auch ohne Führung möglich. Voraussetzung ist jedoch immer eine vorherige Anmeldung mit festem Zeitfenster. Diese Anmeldung ersetzt faktisch ein Eintrittsticket und ist zwingend erforderlich, um Zugang zur Glaskuppel oder zur Dachterrasse zu erhalten. Ohne Registrierung ist ein spontaner Besuch in der Regel nicht möglich. Wer den Reichstag nicht nur besichtigen, sondern auch inhaltlich einordnen möchte, profitiert häufig von einer geführten Variante.

Der Eintritt selbst ist kostenfrei. Dennoch arbeiten viele Besucher faktisch mit „Tickets“, da Zeitfenster verbindlich gebucht werden müssen. Zusätzlich gibt es buchbare Angebote wie Führungen oder kombinierte Rundgänge durch das Regierungsviertel. Diese Angebote bündeln Anmeldung, Zugang und erklärende Inhalte und erleichtern vor allem bei begrenzter Aufenthaltszeit die Planung.

Eine Führung lohnt sich besonders für Besucher, die historische und politische Zusammenhänge besser verstehen möchten. Neben dem Zugang zur Kuppel werden dabei auch Architektur, Geschichte und parlamentarische Abläufe erklärt. Gerade für Erstbesucher Berlins bietet eine Führung eine strukturierte Einführung, ohne dass man sich vorab intensiv einlesen muss.

Nein, sie ist ein öffentlich zugänglicher Bereich oberhalb des Plenarsaals.

Ja, Stadtrundfahrten eignen sich sehr gut zur Orientierung. Der Reichstag liegt in einem räumlich dichten Bereich mit vielen politisch und historisch relevanten Orten. Eine Bus-Stadtrundfahrt hilft, Entfernungen, Blickachsen und Zusammenhänge zwischen Reichstag, Kanzleramt, Brandenburger Tor und weiterer Innenstadtarchitektur zu verstehen. Für viele Besucher ist das eine sinnvolle Ergänzung vor oder nach dem Reichstagsbesuch.

Der Reichstag ist fester Bestandteil nahezu aller klassischen Stadtrouten durch Berlin. Viele Besucher kombinieren eine Stadtrundfahrt mit einem späteren, separat gebuchten Besuch der Kuppel. So entsteht ein sinnvoller Ablauf: erst Überblick, dann Vertiefung. Besonders bei kurzen Aufenthalten lässt sich Berlin so effizient und nachvollziehbar erschließen.

Für den Besuch der Kuppel und der Dachterrasse solltest Du etwa ein bis zwei Stunden einplanen. Bei geführten Angeboten kann der Zeitbedarf etwas höher liegen. Wenn der Reichstag Teil eines Rundgangs oder einer Stadtrundfahrt ist, empfiehlt es sich, zusätzliche Zeit für Wege und Sicherheitskontrollen einzuplanen.

Gerade für Erstbesucher ist der Reichstag gut geeignet. Er liegt zentral, ist architektonisch klar erfassbar und bietet einen guten Einstieg in die politische und historische Struktur der Stadt. In Kombination mit einer Stadtrundfahrt oder einem geführten Rundgang durch das Regierungsviertel entsteht ein verständlicher Überblick über Berlins Rolle als Hauptstadt.

Ja, der Zugang erfolgt über Sicherheitskontrollen, vergleichbar mit anderen staatlichen Einrichtungen. Aus diesem Grund sind Zeitfenster verbindlich, und kurzfristige Änderungen sind möglich. Eine gute Vorbereitung – etwa durch vorab gebuchte Tickets oder geführte Angebote – erleichtert den Ablauf erheblich.

Fazit

Der Reichstag ist einer der zentralen Orte Berlins. Seine Geschichte erzählt von Brüchen und Neuanfängen, seine Architektur von Wandel und Transparenz. Als Sitz des Deutschen Bundestages ist er politisches Arbeitsgebäude und zugleich öffentlich zugänglicher Erinnerungsort. Für Besucher bietet der Reichstag Orientierung, Einordnung und einen unmittelbaren Zugang zur deutschen Demokratie. Ob zu Fuß, im Rahmen einer Stadtrundfahrt oder als gezielter Einzelbesuch – der Reichstag ist ein fester Bezugspunkt für das Verständnis der Stadt.

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